Brandenburg als Bundesland mit einer 250 km langen Grenze zur Republik Polen ist in besonderer Weise gefordert, wenn es um den Fremdsprachenunterricht geht. Mit Blick auf den Polnisch-Unterricht in Brandenburgs Schulen am Ende der vierten Wahlperiode erklärt die europapolitische Sprecherin der Fraktion Gerlinde Stobrawa:
Zu den unerledigten „Schularbeiten“, die die Versetzung der Landesregierung zum Ende des Schuljahres extrem gefährden, gehört die Nichterfüllung der Beschlüsse des Landtages zum Polnisch-Unterricht: „Gemeinsam mit den polnischen Partnern soll der Polnisch-Unterricht stabilisiert und ausgeweitet werden“, hatte nämlich der Landtag am 22. Januar 2009 gefordert. Nicht zum ersten Mal!
DIE LINKE fordert von der Landesregierung seit langem eine Kurskorrektur. Brandenburg braucht eine Strategie zum Ausbau der Mehrsprachigkeit, wie sie von Europarat und EU angeregt wurde. Dadurch könnten die Brandenburger nur gewinnen: Andere Kulturen wären als Bereicherung für das eigene Leben erfahrbar, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt im In- und Ausland würden wachsen, die Fähigkeit entwickelt werden, den politischen Dialog in Europa durch mehrsprachige Kommunikation aktiv mitgestalten zu können. Die Vermittlung der Sprache unserer Nachbarn in Polen muss dabei - neben den hier gesprochenen Minderheiten- (Niedersorbisch/Wendisch sowie Romanes) und Regionalsprachen(Niederdeutsch) und westeuropäischen Sprachen - eine zentrale Rolle einnehmen.
Das Land hat dafür die Bedingungen schaffen. Die Nachfrage nach der Sprache unserer unmittelbaren Nachbarn muss durch Land wie Kommunen geweckt und allseitig gefördert werden, so
Der ausschließlich nachfrageorientierte Ansatz des Polnisch-Unterrichts in Brandenburg muss endlich fallen. Europäische Union und Europarat fordern auch von Brandenburg die Umsetzung des Grundsatzes „Muttersprache plus 2 Fremdsprachen“. In den Grenzregionen soll dabei der Sprache des Nachbarn besondere Bedeutung beigemessen werden.